Épiderme Der Boden ist eine begrenzte, nicht erneuerbare Ressource von grossem ökologischem und wirtschaftlichem Wert. Er stellt ein unschätzbares Gut für die Gesellschaft dar. Die Verschlechterung der Bodenqualität und der Verlust von Flächen sind wenig sichtbare Realitäten, die jedoch schwerwiegende Folgen haben. Als Schnittstelle für Stoff- und Energieflüsse erfüllt der Boden zahlreiche Funktionen: Er ist unverzichtbar für die Nahrungsmittelproduktion, Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Quelle von Rohstoffen, Grundlage für Bauwerke und schliesslich ein Archiv unserer Geschichte. Doch der Boden besitzt auch eine faszinierende existenzielle Dimension: Man schlägt in ihm Wurzeln, entwickelt ein Zugehörigkeitsgefühl und wird am Ende des Lebens in ihm bestattet.
Marc Renaud, als fotografischer Autor, eignet sich dieses essentielle Thema an und realisiert einen dokumentarischen Parcours über den Schweizer Boden, der vom Kanton Neuenburg bis an die Nordsee führt.
Marc Renaud, geboren 1969 in Lausanne, absolvierte zunächst eine Lehre als Fotograf, bevor er sich am International Center of Photography (ICP) in New York auf Dokumentarfotografie spezialisierte.
Er entwickelt dokumentarische Projekte, die gesellschaftliche Themen in den Fokus rücken und dabei insbesondere die Bereiche Sicherheit, Arbeit, Wirtschaft und Umwelt erforschen.
2014 gewann er mit „Dossier hospitalier“, einer Arbeit über die Reformen im Spitalsystem, die Freiburger fotographische Ermittlung. 2016 veröffentlichte er „En fusion“, gewidmet den Gemeindefusionen im Kanton Neuenburg, gefolgt von „No Blackout“ (2019), einer Auseinandersetzung mit der Energiewende unter dem Aspekt der Stromversorgung.
Seine Fotografien werden regelmässig in der Schweiz und in Europa gezeigt – in Einzel- und Gruppenausstellungen in Galerien und bei Festivals.
Zudem publiziert er seine Arbeiten, sowohl persönliche als auch Auftragswerke, in der nationalen und internationalen Presse.